zwischen/miete digital #4 mit Selim Özdogan

Nizar Benali hat es geschafft. Er hat Westmarkt im Ruhrgebiet verlassen, wo er unter »Schwarzköpfen« aufgewachsen ist und wo Drogenhandel und Schutzgelderpressung florieren. Er arbeitet als Privatermittler für Cyberverbrechen und wird beauftragt, den Darknet-Dealer Toni_meow ausfindig zu machen, an dessen Stoff ein Teenager gestorben ist. Das scheint zunächst ein gut bezahlter, wenn auch aussichtsloser Job. Doch dann präsentiert ihm eine alte Liebschaft ihren siebzehnjährigen Sohn Lesane – ihren gemeinsamen Sohn. Lesane treibt sich in Westmarkt herum, er dealt und hat Schulden. Nizar ahnt, dass Toni_meow zu finden die einzige Möglichkeit sein könnte, Lesane vor dem endgültigen Absturz zu retten.
„Der die Träume hört“ (Edition Nautilus, 2019) ist ein Roman über sozialen Aufstieg und was man dabei verliert. Über den tristen Glamour der Straße. Über Drogenhandel 2.0, der auch auf den vermeintlich cleanen Plattformen des Darknets ein schmutziges Geschäft bleibt – und über verlorene Söhne, die es einmal besser haben sollten.

Selim Özdogan, geboren 1971 in Köln, veröffentlicht seit 1995 seine Texte. Sein Debüt „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist“ wurde zum Kultbuch. Zuletzt erschienen „Wo noch Licht brennt“ (2017) und „Wieso Heimat, ich wohne zur Miete“ (2016).

zwischen/miete nrw ist ein neues Format in Nordrhein-Westfalen. Junge Autorinnen und Autoren lesen für einen Abend in einer studentischen Wohngemeinschaft und sprechen in zwangloser Atmosphäre über ihr Erzählen. Und wenn gerade eine Pandemie herrscht, besucht die zwischen/miete nrw digital Autor*innen zusammen mit dem Publikum per Stream. Nämlich hier: https://www.youtube.com/channel/UCjWGg97bRGj62WGtkLTCl9Q
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Ebenfalls gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e. V.

Foto: Tim Bruening, Design: Julica Puls

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